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BERUFSBILD

Berufsbild: Reproduktionsbiologe/-Biologin im IVF-Labor

In den zurzeit ca. 120 IVF-Zentren in Deutschland arbeiten Biologen bzw. Naturwissenschaftler aus verwandten Gebieten der Biologie mit unterschiedlichen Aufgaben und Funktionen. Die nachfolgende Charakterisierung dieses Berufsbildes beschreibt die typischen Aufgaben "des Reproduktionsbiologen" im IVF-, Andrologie- und Kryo-Labor.

Im Vordergrund stehen Beherrschung und Durchführung aller labor-relevanten Techniken der assistierten Reproduktion (ART: "Assisted Reproductive Techniques") im Andrologie- und IVF-Labor. In einigen Zentren gehören auch entsprechende Arbeiten im Hormonlabor mit zum Aufgabengebiet des Reproduktionsbiologen. Grundlagen bei allen Arbeiten im Rahmen von ART sind die Beherrschung allgemeiner Labortechniken (beispielsweise der Umgang mit Zellkulturen und steriles Arbeiten) und Erfahrungen beim Mikroskopieren. Spezifische Ausbildungsteile konzentrieren sich auf Einzelzellpräparationen unter mikroskopischer Kontrolle, Mikromanipulationstechniken und Kryobiologie von Gameten und Embryonen.

Neben den praktischen Fähigkeiten sind zu allen oben genannten Bereichen umfangreiche theoretische Kenntnisse erforderlich. Die ständige Qualitätskontrolle und -sicherung im ART-Labor sowie problem-orientiertes Troubleshooting kommen hinzu. In vielen Zentren erstellt der Reproduktionsbiologe, der die Stellung der Laborleiters innehat, ein Laborhandbuch, in dem alle Labortechniken und die sorgfältige Dokumentation aller Labor- und Patientendaten beschrieben werden. Die Kenntnisse und Wahrung rechtlicher Vorgaben (Embryonenschutzgesetz, Geweberichtlinie) ist verpflichtend. Die Einarbeitung und Ausbildung von weiteren Labormitarbeitern (sowohl Reproduktionsbiologen in Ausbildung als auch medizinisch-technische Assistentinnen) erfolgt ebenfalls durch den Laborleiter oder einen anderen erfahrenen Reproduktionsbiologen. Weitere Aufgaben sind die Erfassung und statistische Auswertung von Labor- und Patientendaten mit Veranlassung von Maßnahmen wo angebracht.

Der Reproduktionsbiologe hat eine Verpflichtung zur kontinuierlichen Fortbildung hinsichtlich der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und hinsichtlich neuester diagnostischer bzw. therapeutischer Verfahren. Das regelmäßige Literaturstudium, der Besuch von fachspezifischen Tagungen, Workshops und insbesondere von Fortbildungsveranstaltungen der AGRBM sind unabdingbare Bestandteile dieses Berufes.

 
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